Samstag, 2. April 2011

Ach, übrigens:

Ich werde dieses Blog erst aufgeben, wenn ich einen Doktortitel habe. Damit ich dem Titel gerecht werde.
Doktor der Archäologie, yeah!

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Dienstag, 19. Oktober 2010

Wer?

Textprobe gelesen. Naja, geht so. Zwei, dreimal kam Kafka raus. Naja, geht so.

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Donnerstag, 7. Oktober 2010

Wie ich neulich mit Dingen um mich warf.

Ich bin ein durchaus friedlicher und selbstbeherrschter Mensch. Das mag man als aufmerksamer Leser dieses Blogs vielleicht gar nicht denken. Aber es stimmt wirklich. Wenn ich cholerisch werde, dann meist nur in Gedanken; auch schreie ich eher selten. Das mag auch daran liegen, dass mir jede sinnlose, überflüssige oder laute Auseinandersetzung zuwider ist. Mein Geduldsfaden ist ein dickes Schiffstau, welches lange braucht um mal durchzuschimmeln. Manchmal allerdings, da nimmt jemand eine Motorsäge und versucht das Schiffstau durchzuschneiden. So wie neulich zum Beispiel.

Ich stand gegen Mittag auf, es sind Semesterferien und das einzige, was im Terminkalender steht, sind Semesterferien. Ich nahm mir vor einen lauen Lenz zu machen und lag nach dem Aufwachen noch ein-zwei Stunden musikhörend im Bett, bis mich der Hunger in die Küche trieb. Ich malte mir schon ein gemütliches Frühstück aus (oder einen „Brunch“, was ja eigentlich das gleiche ist, aber „brunchen“ klingt um die Mittagszeit sozial kompatibler), mit dem ganzen Programm aus Eiern, Espresso, Schinken und so weiter. Außer mir war nur noch der – ich weiß gar nicht wie sie zueinander stehen. Sagen wir mal: Außer mir war nur noch der Sozius Ch. von Mitbewohner Mo. im Hause und vergnügte sich an einer der 90er-Spielekonsolen in Mitbewohner To.s Zimmer.
Da man an To.s Zimmer auf dem Weg zur Küche vorbeikommt, leistete ich ihm drei Runden Super Mario Kart Gesellschaft, um dann zum wohlverdienten - 2. beim Star Cup, hey! - Frühstück aufzubrechen.

Als ich dort ankam, musste ich geschüttelt von Emotionen erst einmal in der Mitte der Küche stehen bleiben. Eigentlich führten wir die Regel „Wer den Tisch versifft, entsifft ihn auch wieder“ ein. Allerdings hapert es ein wenig mit den Reinlichkeitsregeln der WG. Mo. beteuerte am Vorabend noch er hätte die Küche aufgeräumt, was zu meinem nächsten emotionalem Dilemma führte.
In der Spüle standen Pfannen und Dosen und versuchten den Wasserhahn zu berühren. Es fehlten nur noch fünf Zentimeter. Irgendjemand wusch zudem noch Wäsche und der Abwasserschlauch hing wie immer fidel in der Spüle.
Unbedacht war allerdings, dass das Abwasser die Töpfe spülte und somit Bestandteile aller erdenklichen Nahrungsmittel aus diesen herauslöste. Diese verstopften den Abfluss, so dass das Wasser in der Spüle nur durch diesen klugerweise vom Erfinder des Waschbeckens eingeführten oberen Notablauf entwich. Das sah aber alles eher kritisch aus, weswegen ich mich zunächst daran machte die Badenden aus dem Becken zu holen. Damit kam ich zum nächsten Hasssteigerungspunkt: Nicht nur, dass an den Badenden Reste vergangener Mahlzeiten klebte, zudem war jedes Teil durch die Hilfe des warmes Waschmaschinenabflusswassers über und über mit einer schmierigen Ölschicht bedeckt.
Hasserfüllt stellte ich zwei Pfannen und Töpfe auf den Boden. Irgendwann an diesem Punkt musste es gewesen sein, als ich durchtriefte Küchenrolle oder Klopapier neben der Spüle fand und gegen die Wand der Küche schleuderte. Rage-bedingte Amnesie lässt mich das aber nicht mehr genau sagen. Ich erinnere mich allerdings gut daran, dass ich in diesem Moment nicht mehr hassen, sondern nur noch lachen konnte, da der nasse Batzen unauffällig neben der Tafel in der Ecke des Raumes an der Tapete kleben blieb. Hin- und hergerissen zwischen lachendem Wahnsinn und purem Hass wusch ich zumindest die Hälfte der Öltöpfe ab.

Nachdem ich jetzt wenigstens den Wasserhahn benutzen konnte, wischte ich beherzt den verklebten und krümeligen Tisch ab. Und den klebrigen Salzstreuer gleich mit. Als ich ihn auf das Regal über dem Tisch stellen wollte, griff ich in irgendetwas ekelhaftes. Es schien, dass jemand sich eine köstliche Honigstulle zubereitete, dabei allerdings unvorstichtig vorging und den Honigdeckel derart verschmierte, dass das halbe Regal voller Honig war. Da ich gerade so gut in Fahrt war, schmiss ich den Honig ebenfall quer durch den Raum. Er landete irgendwo in der Nähe der Spüle.
Auf dem Regal fand ich ein Gewürzbehälter und wollte diesen ordnungsgemäß wieder in diese IKEA-Metallkäfige an den Metallstangen stellen. Dort sah es allerdings so aus, als hätte jemand den gesamten Korb mit Curry paniert. In unmittelbarer Nähe des Currykorbes lag zudem ein dreckiges und – wen wundert es – klebriges Messer auf dem Küchenschrank. Erneut warf ich, diesmal in Richtung Tür, sodass es dem nassen Batzen beinahe Gesellschaft leistete. In diesem Moment betrat Sozius Ch. den Schauplatz des unendlichen Hasses. Wäre er zehn Sekunden früher hereingekommen, hätte ich ihn wahrscheinlich schwer verletzt. Ich versuchte mich zusammenzureissen und sagte nur was von: „Hier ist es sehr dreckig“. Er redete sehr leise und ruhig und sagte, dass er jetzt zu einer Freundin geht und verschwand leise aus der Küche und aus der Wohnung.

Ich verbrachte etwa eine dreiviertel Stunde mit Aufräumen, bevor ich mit gutem Gewissen frühstücken konnte. Es schmeckte mir nicht, der Hass hatte mir den Tag auf weiteres verdorben.
Das ganze ist jetzt eine gute Woche her und seitdem war ich sehr abweisend meinen Mitbewohnern gegenüber. Ich war vier Wochen lang auf einer Grabung und brauchte danach erstmal ein bis zwei Wochen, bis die Wohnung wieder aussah wie vorher. Ich machte meinem Unmut zwei Tage später zwar Luft und weitere zwei Tage hielt sich alles sauber, bis mir auffiel, dass wieder nur ich aufräume.

Meine schlechte Laune hielt sich bis heute morgen. Mitbewohner Mo. stand vor der Spülmaschine, auf der ein paar Geschirrteile standen, die entweder zu angetrocknet für die Spülmaschine (altes Modell) waren oder nicht hineingehörten (Holzbrettchen und To.s gutes Messer – mit dem Messer warf ich übrigens auch). Nachdem er sich das ein paar Sekunden lang anschaute, drehte er sich um und fragte mich warum Dinge auf der Spülmaschine stehen. Ich erklärte es ihm, er antwortete mit einem Hm und begann die vertrockneten Teile trotzdem einzuräumen. Ich schaute mir das an und sagte nichts. Plötzlich drehte Mo. sich um und fragte mich: „Wieso mach ich das eigentlich?“ „Warum sollte ich das machen?“, erwiderte ich. „Du hast in den letzten Tagen hier doch eh nichts gemacht“, sagte er. In Gedanken ging ich durch, was ich ich in den letzten drei Tagen für die Gemeinschaft tat: Ich kochte zwei aufwendige Mahlzeiten für die komplette WG, wusch alles dafür benutzte wieder alleine ab, backte einen Kuchen, kümmerte mich darum, dass Jo. endlich das Katzenklo saubermacht und To. seinen Putzplandiensten nachkommt, räumte mit Jo. die Abstellkammer auf, putzte die Fenster und fütterte die Katze. Dennoch habe ich einige Dinge bewusst nicht mehr getan, z.B. wischte ich den Tisch nicht mehr ab, fegte nicht mehr und kümmerte mich eben nicht mehr um das dreckige Geschirr der Anderen.
„Ich habe beschlossen nicht mehr so viel zu tun“, sagte ich daraufhin. „Hm“, sagte Mo. und wollte beinahe das dreckige Geschirr in die Spüle stellen, während die Waschmaschine daneben fröhlich Kochwäsche wusch. Ich bekam beinahe Schnappatmung und er stellte es doch noch auf den Rand. Später räumte ich es wieder auf die Spülmaschine.

Genau in dieser Situation wurde mir bewusst was hier denn nicht funktioniert. Vielleicht schreibe ich ein Manifest mit dem Titel: „Wer sieht, der handelt – Über Verantwortungsbewusstsein in einer WG“. Ich nahm sehr lange blind an, dass jeder sich ein bisschen Zeit nimmt und mal den Tisch abwischt oder sonst was tut, aber anscheinend war ich mit dieser Meinung alleine. Das wird sich bald ändern. Oder ich fange an Steine zu werfen.

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Montag, 16. August 2010

Acht Jahre.

Acht Jahre besteht das Blog hier schon. Davon war ich gerade ziemlich überrascht. Ich wollte mich gerade fragen, was ich in der Zeit alles gemacht habe, aber das kann ich ja nachlesen, haha!

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Da ging es an mir vorüber.

Nach sieben Jahren sind wieder Antvilleblogs zu haben.
Himmel.

(Die Tatsache, dass man vorüber nur mit einem R schreibt, geht schon länger als sieben Jahre an mir vorbei.)

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Montag, 3. Mai 2010

Hamburg. Teil I.

Das Leben geht hier gerade zu schnell. Bloggen braucht bei mir Zeit. Aber es reguliert sich gerade alles. Dieser Eintrag wird zwei oder drei oder vier Teile haben, welche über die nächsten Wochen erscheinen.

Da bin ich jetzt. In Hamburg.
Als ich so 15/16 war, habe ich Hamburg gehasst. Ich weiß heute nicht mehr so genau warum, aber vielleicht aus dem Grunde, dass ich Berlin damals toll fand und alles andere im Vergleich sowieso scheiße war. Berlin war surreal. Als ostfriesisches Kleinstadt-Mädchen in diese Stadt zu fahren und ihre Wahrzeichen zu sehen und zu merken, dass das alles wirklich existiert ist schon ein großer Schock.
Allerdings war ich seit einigen Jahren nicht mehr in Berlin, sondern eher in Hamburg, Vielleicht spielt dieses Argument hier irgendwo eine Rolle.
Seitdem sind 5/6 Jahre vergangen und ich wohne nun hier. In Hamburg. Im wunderbaren Hamburg. Im tollen Hamburg. In dieser großartigen Stadt, die sich Großstadt nennt, aber zwischendurch auch als nettes Dorf auftritt.

Mittlerweile bin ich mal wieder umgezogen. Mein am Anfang großartiger Mitbewohner kam auf die glorreiche Idee seine Freundin – umgangssprachlich ASB, Asoziale Schlägerbraut, genannt – bei uns wohnen zu lassen. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass eine Person mehr in einem Haus auch mehr Nebenkosten produziert. Mal ganz davon abgesehen, dass ASB mich, wie man an ihrem Namen schon erkennt, nach einiger Zeit unfassbar genervt hat. Aber Ex-Mitbewohner O. wollte das nicht einsehen. Als die Abschläge für Strom stiegen, redete er nicht mehr mit mir. Danach sickerte alles so vor sich hin.
Im Endeffekt habe ich pro Monat etwa 70€ weniger bezahlt als ich eigentlich hätte bezahlen sollen und bin dann mit meiner neuen Wohnung noch gut aus der Sache rausgekommen. Aber O. und ASB sind eine andere, längere Geschichte, welche ich noch genauer erzählen werde.
Ich bin mittlerweile aus dem „aufsteigenden Wohnviertel“ Bahrenfeld ins Light-Ghetto Horn gezogen und wohne mit Jo., S. ihr seiner kleinen Schwester, und bald Mo. zusammen.

Wenn man in Hamburg eine Wohnung sucht, dann ist das eine ziemlich heikle Sache. Von allen freien Wohnung sind ca. 0,5% bezahlbar, in halbwegs guter Lage und halbwegs gutem Zustand. Und dann kommt noch dazu, dass man die meiste Zeit der Wohnungssuche in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringt, da man von einem Ende der Stadt ins andere fahren muss. Diese innerstädtischen Weltreisen kannte ich schon vorher, da S. und Jo. in Wandsbek-Gartenstadt wohnten und wir erstmal eine Stunde unterwegs waren, wenn wir uns besuchen wollten. Eine Stunde! So lange braucht man von meiner Heimatstadt Leer nicht mal an die Nordsee, in die nächste Großstadt oder zum ersten Coffeeshop hinter der niederländischen Grenze. Und hier ist man immer noch in der selben Stadt, mit den gleichen Menschen. Selbst meine alte Wohnung ist 50min von hier entfernt.

Jedenfalls haben Jo. und ich eigentlich recht knapp vor unseren angekündigten Auszügen am 28.2. begonnen uns auf Wohnungssuche zu begeben. Jo. musste arbeiten und ich Hausarbeiten und Klausuren schreiben. Das Gute bei Wohnungssuchen in Großstädten ist, dass man überall schon mal war, jeden Stadtteil gesehen hat und nebenbei die Linien des ÖPNV auswendig lernt.
An einem Tag, dem 23.2., als wir nach einem kompletten Tag der Wohnungssuche abends gegen 19 Uhr die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben hatten, trafen sich Jo. und ich noch zu einer letzten Wohnungsbesichtigung. Ich war von den vorherigen Besichtigungen schon so demotiviert, dass es mir schon den Rest gab, dass wir an der Bushaltestelle in die falsche Richtung liefen und die Wohnung nicht auf Anhieb fanden. Alles war schlecht. Wir finden niemals eine Wohnung. Ich stellte mir schon vor wie ich in maximal einem halben Jahr an Suizid oder Amoklauf sterben würde.
Aber dann kamen wir an. An der Wohnung. An der Wohnung unserer Träume. An dieser surrealen Wohnung in Hamburg-Horn. 93m², 4 Zimmer, Holzdielen, frisch renoviert, 810€ warm, nur ein Nebenbewerber.

Ich lief durch diese Wohnung und suchte den Haken. Ich hörte dem jungen Paar zu, welches sagte, dass diese Wohnung doch etwas zu groß für sie sei und die Maklerin sich melden sollte, wenn sie kleinere hätte. Meine Antwort war komplette Regungslosigkeit im Wohnzimmer. Hieß das gerade, dass wir die einzigen Bewerber auf diese Wohnung waren?
Wir sprachen mit der Maklerin. Der einzige Nachteil waren um die 1500€ Kaution. Aber wir waren zu dritt und die Wohnung zu geil, das müsste sich einrichten lassen. Gottseidank hatten wir unser „Wir sind kompetent, seriös und gutverdienend“-Outfit an und nahmen uns diese für jeden Wohnungssucher mit wenig Einkommen verhassten Selbstauskunftsbogen mit.
Jo. faxte diesen am nächsten Tag zur Maklerin. Einerseits hatte ich große Hoffnungen, andererseits hatte ich keine Lust mich darauf zu verlassen. Schon wieder enttäuscht werden?

Man stumpft ab bei der Wohnungssuche in Großstädten. Man fühlt sich, als wenn man in einem Slum wohnen würde und niemals die Chance hat eine unverschimmelte, bezahlbare und gut gelegene Wohnung zu bekommen. Welche nicht aus Wellblech besteht.
Ich legte mich abends hoffnunglos schlafen mit dem Gedanken nicht aufstehen zu wollen. Gottseidank waren Semesterferien und ich konnte meinem Unmut Zeit einräumen.
Um 11h erfüllte mich mein Herz mit Hass. Irgendjemand rief mich an. Ich hasse Anrufer. Kann man nicht einfach E-Mails schreiben? Warum stören einen Leute vor 18 Uhr mit Anrufen?
Während ich hassend im Halbschlaf lag, fiel mir plötzlich ein, dass ich meine Mobilfunknummer bei diesen ganzen Bewerbungsformularen für Wohnungen hinterlegt hatte. Was noch schlimmer als frühe Anrufe sind, sind frühe Anrufe von Leuten, welche Bürokratie im Hinterkopf haben. Man muss innerhalb von fünf Sekunden so tun, als wäre man seit Stunden wach. Als wäre man kompetent, seriös, zuverlässig und angezogen.
Ich war nichts von alledem. Trotz alledem war ich innerhalb von fünf Sekunden kompetent, seriös und im Geiste angezogen.
Die Maklerin. Ihre erste Frage war, ob es mir gut geht. Die zweite Frage, ob sie gerade stört. Nein, nein, alles ist okay. Ja, die Unterlagen hat sie erhalten. Sie spricht das mit der Vermieterin ab. Sie meldet sich. Ja, sehr gut. Vielen Dank. Ja, bis dann. Schönen Tag noch.
Ich drehte mich in einem leicht zufriedenen, aber dennoch ungewissenem Gefühl wieder um. Wozu sollte ich aufstehen? Keine Besichtigungtermine. Keine Hoffnung.
Zehn Minuten später klingelte mein Mobilfunkgerät. Was? Seriös sein. Die Bettdecke weit entfernt, um verräterisches Rascheln zu vermeiden. Ja? Frau W.? Ja?
Euphorie. Ins Kopfkissen beissen. Ende. Anfang.

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Mittwoch, 3. Februar 2010

Weise.

Schon drei oder vier mal bin ich in diese Treibschneeloch getreten. Diese Pfütze auf dem Weg zur Bushaltestelle, die etwa 10cm tief ist und so von einer Eisbrockenschneeschicht überdeckt ist, dass man annimmt es wäre einfach nur Schneematsch auf der Strasse.
Leider vergesse ich das Treibschneeloch immer wieder. Heute morgen machte ich mich auf zur Uni, sah eine alte Dame vor mir laufen. Diese blieb plötzlich stehen und schaute auf den Boden. Ungefähr fünf Sekunden harrte sie mit schiefgelegtem Kopf aus, ging dann einen Schritt zurück und machte einen Bogen. Sie hatte das Treibschneeloch entdeckt. Anders als ich hat sie anscheinend auch Augen für Details im Bodenuntergrund.

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Mittwoch, 13. Januar 2010

Ich WUSSTE es!

Aiman Abdallah ist aus dem Urlaub zurück. Und er hat eine große Neuigkeit mitgebracht:

Das schönste Küchenmesser der Welt.

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Donnerstag, 7. Januar 2010

Angst hatte ich,

wo denn Aiman Abdallah blieb in den letzten Tagen. Ich stellte schon die Vermutung auf, dass er sich wahrscheinlich auf einer Weltreise befindet, um endlich mal neue Teilnehmer im Dauercontest "Das schärfste/teuerste/beste Messer der Welt" zu suchen.

Gerade werde ich beruhigt. Man sucht mal wieder das teuerste Messer der Welt, diesmal aber nicht das Nesmuksmesser, sondern eins aus Damaststahl.

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Sonntag, 20. Dezember 2009

Ich war einmal ein Outlaw und konnte mit meinem Taschenmesser Schollen fangen.

Gestern Nacht träumte ich, dass ich mich aus einem mir unbekannten Grunde vor der Gesellschaft verstecken musste. Nachdem ich anscheinend eine lange Flucht hinter mir hatte, strandete ich irgendwo in einer künstlichen Gewässerlandschaft. Diese war eigentlich aufgebaut wie eine nette ostfriesische Wallheckenlandschaft, nur dass keine Felder, sondern Seen zwischen den Hecken lagen. Es war zwar warm und ich hatte Bock auf Schwimmen, aber dieser Fluchtzustand hat mich schon ein bisschen genervt (Zumal ich mich wage daran erinnere, dass ich im vorherigen Teil des Traumes schon durch zwar spektakuläre, aber ähnlich anstrengende Landstriche irrte und merkwürdige Dinge erlebte).
Zwischendrin war eine Straße, auf deren anderer Seite ein Fehnkanal entlanglief. Auf dieser Strasse befand ich mich nun und traf ein paar Jungs, die außer ein bisschen an den Wallheckenseen rumhängen nichts weiter zu tun hatten. Sie sagten mir, dass sie auf irgendeiner anderen Seite ein Feuer gemacht hätten. Da ich Hunger hatte schlug ich vor im Fehn zu gucken, ob es da nicht ein paar Fische gibt. Ich ging also zum Ufer des Fehns und sah durch das glasklare Wasser auf dessen Grund einige Schollen schwimmen. Und hier war die Stelle im Traum, an der ich erstmal darauf klarkommen musste, dass Schollen in Fehnkanälen lebten. Es wurde allerdings noch besser: Da Schollen das mit der Evolution ein bisschen zu ernst genommen hatten, haben sie bekanntermaßen beide Augen auf einer Körperseite. Den Kopf können sie auch nicht drehen. Ziemlich unklug. Die Gemeine Fehnscholle hatte es allerdings noch weiter übertrieben und schwamm mit den Augen nach unten (!). Ich konnte also, nachdem mir das aufgefallen war und ich ein zweites Mal ins Stocken kam, bequem mit meinem Taschenmesser auf den Fehngrund tauchen und mir ein paar Schollen pflücken.
Ob ich sie danach gegessen habe weiß ich nicht mehr. Danach erinnere ich mich nur noch, dass meine Eltern nach Japan auswandern mussten und jetzt in einem ätzend kleinen und recht dunklen Haus wohnen mussten. Und sie haben all ihr Zeugs mitgenommen, selbst den riesigen dunkelbraun gestrichenen Bücherschrank im Gelsenkirchener Barock-Stil, der jetzt mitten im Wohnzimmer stehen musste.

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Montag, 14. Dezember 2009

Was ich WIRKLICH hasse, Teil III.

  1. Menschen mit göttlicher Menschenkenntnis
    "Ach, so eine bist du also." So eine was? Wieso denken sich Menschen, dass sie anhand von drei gesagten Sätzen daraufschließen können was ich mache, tue und denke? Dieser Punkt liegt nahe an Hasspunkt Nr. 2.

  2. Profilneurotische Pseudokünstler
    Es gibt Leute, die können kein Bild malen ohne die Fresse zu halten. Überall müssen sie ihre Leinwand vorzeigen, ihre Skulptur anpreisen und die Tiefgündigkeit ihres Werkes verkaufen. "Hier habe ich einen Hundehaufen photographiert und damit meine schwere Kindheit verarbeitet, total Tiefgründung. Ich bin genau wie Van Gogh, mit dem identifizier ich mich total. Klar, Das Nachtcafé von ihm hab ich natürlich auch in meinem Zimmer hängen, das ist so ein romantisches Bild."

  3. Wenn ich nicht weiß, wo ich GENAU hin muss
    "Komm mal um 8 Uhr zu H., der wohnt in der Strasse neben der Sparkasse dahinten bei dem Blumenladen. Nr. 32.", hieß es in der SMS. Ich hasse solche Ortsangaben. Eine präzise Adresse inklusive Hausnummer. Und was viele, vor allem in Studentenkreisen, gerne vergessen: Der Nachname. Freunde von Freunden kenne ich meistens nur beim Vornamen. Bei mir selbst sage ich immer „unterste Klingel“, weil mein Nachname gar nicht auf der Klingel steht. Dort stehen zwei Namen, beide falsch geschrieben. Aber ich weiß nicht in welcher Art falsch.

  4. Menschen, die denken das Internet sei nur so ne Modeerscheinung
    Seit acht Jahren halte ich mich jetzt in diesem merkwürdigen Ding namens Internet auf. Und seit acht Jahren sagt man mir ich sei ein Nerd, weil ich blogge, twittere, Bilder hochlade und vor allem weiß wo ich alles im Internet finden kann. Der Großteil meines Freundeskreises hat vielleicht eine StudiVZ-Seite, eine ICQ-Nummer und hat von Twitter schon mal was gehört. Da hörts dann aber auch auf. Und ich als Nerd soll dann alles richten, wenn was falsch läuft.
    Es soll sie ja niemand zwingen, die Freunde, aber dank des Internets ist das Leben durchaus interessanter und einfacher. Da gibt es Musik, Busfahrpläne, Öffnungszeiten, Campuskataloge, Restaurantkarten inkl. Preis, Wohnungen und vor allem auch ziemlich viel Wissen. Und auch ziemlich viel Unfug, falls mal Langeweile aufkommt.

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Sonntag, 6. Dezember 2009

Dingdingding!

Ich habe heute Namenstag.

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Dienstag, 27. Oktober 2009

Der Kreis der Wissenden wächst.

Ich saß hier gerade so herum, als ich aus einmal aus der Küche meinen Namen hörte. "Was?", rief ich zurück. Die Freundin meines Mitbewohners frohlockte: "MESSER!"
Zunächst dachte ich sie suche irgendein Messer, aber dann folgte sogleich: "Bei Galileo gehts heute wieder um Messer!"
Seit ganzen drei Monaten ging es bei Galileo nicht mehr um Messer. Ich war schon schockiert, sogar richtig enttäuscht. Allerdings stellte ich mir auch die Frage, ob ich vielleicht einfach die Messersendungen verpasst habe. Wenn, dann wäre das ein großer Zufall, da ich eigentlich eher selten Galileo gucke und normalerweise trotzdem ständig mit diesem leidigen Thema konfrontiert werde.

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